Wirtschaft in Ibiza

Status

Aktuell wird die Wirtschaft von Ibiza von zwei wesentlichen Säulen getragen: Dem Tourismus auf der einen Seite und den Wirtschaftszweigen, welche die Residenten und Neu-Residenten mit Produkten und Dienstleistungen versorgen, zum Beispiel also die Erstellung und Pflege von Immobilien.

Die früheren Wirtschaftssegmente wie die Landwirtschaft oder die Salzgewinnung sind zwar noch existent, jedoch sind sie von untergeordneter Bedeutung.

Ibiza ist aber mehr als nur Touristen-Hotspot und Immobilien-Wirtschaft:
Die Tatsache, dass die Insel in den vergangenen Jahrzehnten viele kreative Menschen angezogen hat, führte dazu, dass weltweite Trends von Ibiza aus starteten, insbesondere im Bereich der Mode und Musik.
Eine Beispiel ist das weltweit bekannte Modelable Desigual,
mittlerweile ein Multi-Milliarden-Unternehmen:
Der in der Schweiz geborene Thomas Meyer kaufte Anfang der 80er Jahre einen großen Sonderposten Blue Jeans, zerschnitt sie und fügte bunte Stoffe ein, kreierte damit eine Variante des Hippie-Stils, welche noch heute sehr präsent ist im Portfolio von Desigual.
Er verkaufte seine Kreationen eigenhändig mit zunehmendem Erfolg auf dem Hippie-Markt Las Dalias und später in einem kleinen Ladengeschäft in Ibiza-Stadt. Später dann ging er nach Barcelona und baute von dort aus das Firmenimperium Desigual auf, welches heute bekannt in aller Welt ist und Jahresumsätze im Milliardenbereich erwirtschaftet.
Eine von vielen Ibiza-Erfolgsstories, sehr wahrscheinlich aber die bekannteste und erfolgreichste.
Bis heute ist Thomas Meyer eine bescheidene Persönlichkeit geblieben, wie so viele Unternehmer, welche von Null gestartet sind.

Historie

Im Mittelalter verdankte die Insel den Salzfeldern Ses Salines einen gewissen Wohlstand.
Die Salzfelder waren bis ins 19. Jahrhundert Gemeineigentum und jeder Ibizenco war verpflichtet, zur Bewirtschaftung der Salzfelder beizutragen.
Auch heute noch wird in den Salinen der Insel Salz gewonnen und exportiert. So werden aktuell rund 65.000 Tonnen Salz auf einer Fläche von 450 Hektar abgeschöpft.
Rund 20.000 Tonnen des Salzes werden zur Enteisung in den Norden Europas verschifft. Abnehmerländer sind vor allem Norwegen und Schottland. Der größte Teil wird allerdings zur Stockfischverarbeitung unter anderem auf die Färöer-Inseln und auch nach Dänemark verkauft.

Das Innere Ibizas wird für Landwirtschaft und Viehzucht, insbesondere der Schafzucht genutzt. Bis Mitte der 1960er produzierten die Bauern der Insel überwiegend für den eigenen Gebrauch und nur zu einem kleinen Teil für den Export.

Ibiza wurde erstmals Mitte der 1930er Jahre von englischen Touristen entdeckt.
Durch den Spanischen Bürgerkrieg und den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus aber schnell wieder zum Erliegen. Einige Jahre danach kehrten zwar die ersten Touristen (und in den 1960ern auch viele Aussteiger und Hippies) auf die Insel zurück, aber erst beginnend mit den 1970ern entwickelte sich der Tourismus in größerem Maße.

Ab diesem Zeitpunkt bekam auch die Immobilienwirtschaft eine immer größere Bedeutung, nicht nur in Bezug auf den Bau von Hotels.
Immer mehr Europäer aus Deutschland, England und vielen anderen Ländern erfüllten sich den Traum von einer Immobilie auf Ibiza, sei es eine Wohnung/ ein Apartment oder ein Haus, eine Finca oder eine Villa mit Pool.
Entsprechend wuchsen nicht nur Bau-Unternehmen, sondern auch verschiedene Handwerker und Dienstleister im Immobilien-Umfeld.